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20 | 05 | 2012

Schallschutz


Umgebungsgeräusche, die uns stören, bezeichnen wir als Lärm. Ob Geräusche als Lärm bezeichnet werden, hängt von den jeweiligen Vorlieben, der Verfassung und den Stimmungen eines Menschen ab. Daher gibt es keinen festen Wert für die Schwelle der Lärmempfindung. Dennoch kann man Lärm als Schall beschreiben, der den Menschen belästigt oder sogar gesundheitlich schädigt. Um zu beurteilen, ob Lärm das Gehör gefährdet, muss man messen. Dies geschieht mit handlichen Geräten, die das Ergebnis direkt anzeigen. Der so bestimmte Schallpegel wird in Dezibel, kurz dB(A), angegeben.

Lärmminderungsmaßnahmen

Um einen Schutz vor der Lärmquelle zu erreichen gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann der Mitarbeiter in schallgedämmten Räumen arbeiten oder die Lärmquelle wird eingehaust. Die Auswahl der Entscheidung wird durch eine Kostengegenüberstellung erleichtert. Schallschutzkabinen bestehend aus selbsttragenden Systembausteinen. Der geforderten Schallpegelreduzierung stehen unterschiedliche Bausteine zur Verfügung. Die Absorptionsfähigkeit die den Schall in Wärme umwandelt, wird durch Dämmmaterial und einem aufgesetzten Lochblech erreicht. Bei Anwendungen wo die eingesetzte Akustikwolle vor Feuchtigkeit und Staub geschützt werden muss kann eine Dünne Folie den Dämmstoff schützen.

Möglichkeiten einer Schallreduzierung sind z.B.

Schallschutzkabinen
Schallschutzwände
abgehängte Decke ( Baffeln) über z.B. Maschine
Teilverkapselung
Vollverkapselung
 

Einfluss des Schallschutzmaterial und der Wandstärke

Je nach Abhängigkeit der gemessenen Frequenzen, ist es möglich eine Reduzierung des bewerteten Schalldämmaß von 36 db - 48 db zu erzielen. Das bewertete Schalldämmaß wird nach DIN EN 20140-3 bei einer Frequenz von 500 Hz ermittelt.

Wandstärken und Materialauswahl

Wandstärke und eingesetztes Material sorgen für eine optimale Schalldämmung.
Je nach Wandstärke und Beschaffenheit des Dämmmaterial, bei unterschiedlichen Frequenzen, ist eine Auswahl vorzunehmen.

Auslegung und Ausführung der Schallschutzanlagen

Wandstärkenvorgabe durch Kunde bzw. Angabe der gewünschten Schallreduzierung
Frequenzanalyse falls vorhanden
Zugangsmöglichkeiten durch Schiebe-, Flügel-, oder Doppelflügeltüren
Durchbrüche auf Wunsch mit und ohne Schalldämpfer
Konstruktion auf Solidworks 3D
Ausführung mit und ohne Fenster und allen Arten von Zugängen
Schalldämmung mit Dämmmaterial, Innenseite verzinktes Lochblech oder bei einfachen Anwendungen nur absorbierenden Schaumstoff.
Kabinenausführung in Blech verzinkt oder gepulvert nach einem RAL Standardfarbton
Endschalterabsicherung und elektrische Verdrahtung auf Wunsch / Schaltschrankbau
Montage vor Ort durch eigenes Personal
Eingebaute Ventilatoren für Luftwechselaustausch / Wärmeausbringung

Begriffsbestimmungen / Erläuterungen

Schall

Schall wird in Dezibel (db) gemessen. Das angehängte „A“ – db (A) - gibt an, dass der gemessene
Schalldruckpegel mit Hilfe einer Bewertungskurve der Wahrnehmung des menschlichen Ohrs für
verschiedene Frequenzen angepasst wurde. Die Maßeinheit Dezibel ist ein logarithmisches Maß. Das
heißt, eine doppelt so hohe Lautstärke entspricht einer um 3 db (A) höheren Angabe. Das Ohr nimmt
diese Verdoppelung jedoch nicht als doppelte Lautstärke wahr.

Körperschall

Schall, der sich durch feste Stoffe ausbreitet, wird Körperschall genannt. Dieser Schall wird dann hörbar,
wenn er als Luftschall abgestrahlt wird.

Luftschall

Unter Luftschall versteht man Schallwellen, die sich über die Luft ausbreiten. Luftschall besteht im
Gegensatz zum Körperschall aus reinen Longitudinalwellen, da Fluide (Gase) keine Scherkräfte
übertragen. Im engeren Sinn wird der Begriff „Luftschall“ auf den Frequenzbereich des menschlichen
Gehörs beschränkt verwendet, der bei etwa 16 Hz beginnt und je nach Alter bei höchstens 20 kHz endet.
Luftschall wird von Menschen, Tieren, Installationen oder Maschinen erzeugt und breitet sich in der Luft
aus. Massive Bauteile dämmen Luftschall ein. Man unterscheidet beim Luftschall den Nutzschall, wie die
Musik oder die Stimme beim Gespräch, und dagegen den Störschall, wie den Baustellen- oder
Verkehrslärm.

Schalldämmmaß, mittleres Rw (in dB)

Das Schalldämmmaß R ist das Verhältnis der auf eine Wand auftreffenden Schallintensität I1 zur
gesamten durch die Wand durchgelassenen Schallintensität I2:
Das Schalldämmmaß hängt von Frequenz und Einfallswinkel θ ab. Ein Schalldämmmaß kann auch für
diffusen Schalleinfall angegeben werden und wird dann aus dem über alle Einfallsrichtungen gewichtet
gemitteltem Transmissionsgrad berechnet. Ebenfalls üblich ist die Beschreibung der
Frequenzabhängigkeit durch Angabe als Terz- oder Oktavband-Spektrum.

Schallintensität

Die Schallintensität (Formelzeichen I), die zu den Schallenergiegrößen gehört, bezeichnet die
Schallleistung, die je Flächeneinheit durch eine durchschallte Fläche tritt. Die zugehörige logarithmische
Größe ist der Schallintensitätspegel. Für die Messung der Schallintensität wird meistens die
Zweimikrofontechnik (siehe unten) eingesetzt. Manchmal wird die Schallintensität auch als
Schallenergiefluss-Dichte bezeichnet.

Schallleistung

Die von einer Schallquelle abgegebene akustische Leistung wird als Schallleistung bezeichnet.
Im Gegensatz zum Schalldruckpegel Lp und zum Schallintensitätspegel LI ist der Schallleistungspegel Lw
von der Entfernung unabhängig.

Schalldruck

Der Schalldruck (auch einfach: Druck) (Formelzeichen p ) ist in der Akustik die wichtigste lineare
Schallfeldgröße .
Die Druckschwankungen eines kompressiblen Mediums (natürlich üblicherweise Luft) die bei der
Ausbreitung von Schall auftreten nennt man Schalldruck. Diese Schalldruckschwankungen können vom
Trommelfell als Sensor in Bewegungen umgesetzt werden. Wenn es sich um hörbaren Schall handelt
können diese Bewegungen dann durch das Innenohr (Gehör-Hirn-System) wahrgenommen werden.
Der Schalldruck p (pressure) ist also der Verdichtungswechseldruck der dem Druck des umgebenden
Mediums (Luft) überlagert ist. Häufig findet man das Klein- p des Schalldrucks (pressure) mit dem Groß-
P der Schallleistung (power) verwechselt. Der Schalldruck p ist also Kraft F (force) durch Fläche A
(area). Die SI-Einheit des Drucks ist das Pascal mit dem Einheitenzeichen Pa. Ein Pascal entspricht
einem Druck von einem Newton pro Quadratmeter.

Schallabsorption

Die auf ein Bauteil auftreffende Schallenergie wird z.T. reflektiert (Schallreflexion), z.T. transmittiert
(Schalltransmission) und z.T. im Bauteil in Wärme umgewandelt (Schalldissipation). Die Summe aus
transmittiertem und dissipatiertem Anteil wird als absorbierte Schallenergie (Schallabsorption)
bezeichnet.
Die Erhöhung der Schallabsorption in einem Raum führt zu einer Minderung des Schallpegels im Raum.
Die Schallpegelminderung läßt sich aus der äquivalenten Schallabsorptionsfläche vor und nach der
Maßnahme berechnen. Die Maßnahmen sind frequenzabhängig. Der Absorptionsgrad α gibt an, welcher
Teil der Leistung einer auftreffenden Schallwelle vom verwendeten Material geschluckt bzw. aufgenommen wird.

Nachhallzeit

Die Nachhallzeit T ist die Zeit in Sekunden, in der nach Abschalten einer Schallquelle der Schallpegel
um 60 dB abfällt, d.h., in der sich die Schallenergie auf 1/1000000stel der Schallenergie vor Abschalten
der Schallquelle verringert. Die Nachhallzeit T ist frequenzabhängig.

Lautstärke

Das menschliche Ohr empfindet Schall gleicher Lautstärke, jedoch unterschiedlicher Frequenz
unterschiedlich laut.

A-Bewertung ( dBA)

Die A-Bewertung ist eine frequenzabhängige Korrektur von gemessenen Schallpegeln, durch die das
physiologische Hörvermögen des menschlichen Ohres nachgebildet werden soll. Das menschliche Ohr
hört Schall tieferer Frequenzen weniger gut als Schall mittlerer Frequenzen. Die A-Bewertungskurve
nach berücksichtigt dies.

 

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