Informationen über Schallschutz:

Schallschutz:

Umgebungsgeräusche, die uns stören, bezeichnen wir als Lärm. Ob Geräusche als Lärm bezeichnet werden, hängt von den jeweiligen Vorlieben, der Verfassung und den Stimmungen eines Menschen ab. Daher gibt es keinen festen Wert für die Schwelle der Lärmempfindung. Dennoch kann man Lärm als Schall beschreiben, der den Menschen belästigt oder sogar gesundheitlich schädigt. Um zu beurteilen, ob Lärm das Gehör gefährdet, muss man messen. Dies geschieht mit handlichen Geräten, die das Ergebnis direkt anzeigen. Der so bestimmte Schallpegel wird in Dezibel, kurz dB(A), angegeben.

Lärmminderungsmaßnahmen:

Um einen Schutz vor der Lärmquelle zu erreichen gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann der Mitarbeiter in schallgedämmten Räumen arbeiten oder die Lärmquelle wird eingehaust. Die Auswahl der Entscheidung wird durch eine Kostengegenüberstellung erleichtert. Schallschutzkabinen bestehend aus selbsttragenden Systembausteinen. Der geforderten Schallpegelreduzierung stehen unterschiedliche Bausteine zur Verfügung. Die Absorptionsfähigkeit die den Schall in Wärme umwandelt, wird durch Dämmmaterial und einem aufgesetzten Lochblech erreicht. Bei Anwendungen wo die eingesetzte Akustikwolle vor Feuchtigkeit und Staub geschützt werden muss kann eine Dünne Folie den Dämmstoff schützen.

Möglichkeiten einer Schallreduzierung sind z.B.:

  • Schallschutzkabinen
  • Schallschutzwände
  • abgehängte Decke (Baffeln) über z.B. Maschine
  • Teilverkapselung
  • Vollverkapselung

Einfluss des Schallschutzmaterial und der Wandstärke:

Je nach Abhängigkeit der gemessenen Frequenzen, ist es möglich eine Reduzierung des bewerteten Schalldämmaß von 36 db - 48 db zu erzielen. Das bewertete Schalldämmaß wird nach DIN EN 20140-3 bei einer Frequenz von 500 Hz ermittelt.

Wandstärken und Materialauswahl:

Wandstärke und eingesetztes Material sorgen für eine optimale Schalldämmung.
Je nach Wandstärke und Beschaffenheit des Dämmmaterial, bei unterschiedlichen Frequenzen, ist eine Auswahl vorzunehmen.

Auslegung und Ausführung der Schallschutzanlagen:

  • Wandstärkenvorgabe durch Kunde bzw. Angabe der gewünschten Schallreduzierung
  • Frequenzanalyse falls vorhanden
  • Zugangsmöglichkeiten durch Schiebe-, Flügel-, oder Doppelflügeltüren
  • Durchbrüche auf Wunsch mit und ohne Schalldämpfer
  • Konstruktion auf Solidworks 3D
  • Ausführung mit und ohne Fenster und allen Arten von Zugängen
  • Schalldämmung mit Dämmmaterial, Innenseite verzinktes Lochblech oder bei einfachen Anwendungen nur absorbierenden Schaumstoff.
  • Kabinenausführung in Blech verzinkt oder gepulvert nach einem RAL Standardfarbton
  • Endschalterabsicherung und elektrische Verdrahtung auf Wunsch / Schaltschrankbau
  • Montage vor Ort durch eigenes Personal
  • Eingebaute Ventilatoren für Luftwechselaustausch / Wärmeausbringung

Begriffsbestimmungen / Erläuterungen

Schall:

Schall wird in Dezibel (db) gemessen. Das angehängte „A" – db (A) - gibt an, dass der gemessene Schalldruckpegel mit Hilfe einer Bewertungskurve der Wahrnehmung des menschlichen Ohrs für verschiedene Frequenzen angepasst wurde. Die Maßeinheit Dezibel ist ein logarithmisches Maß. Das
heißt, eine doppelt so hohe Lautstärke entspricht einer um 3 db (A) höheren Angabe. Das Ohr nimmt diese Verdoppelung jedoch nicht als doppelte Lautstärke wahr.

Körperschall:

Schall, der sich durch feste Stoffe ausbreitet, wird Körperschall genannt. Dieser Schall wird dann hörbar, wenn er als Luftschall abgestrahlt wird.

Luftschall:

Unter Luftschall versteht man Schallwellen, die sich über die Luft ausbreiten. Luftschall besteht im Gegensatz zum Körperschall aus reinen Longitudinalwellen, da Fluide (Gase) keine Scherkräfte übertragen. Im engeren Sinn wird der Begriff „Luftschall" auf den Frequenzbereich des menschlichen Gehörs beschränkt verwendet, der bei etwa 16 Hz beginnt und je nach Alter bei höchstens 20 kHz endet. Luftschall wird von Menschen, Tieren, Installationen oder Maschinen erzeugt und breitet sich in der Luft aus. Massive Bauteile dämmen Luftschall ein. Man unterscheidet beim Luftschall den Nutzschall, wie die Musik oder die Stimme beim Gespräch, und dagegen den Störschall, wie den Baustellen- oder Verkehrslärm.

Schalldämmmaß, mittleres Rw (in dB):

Das Schalldämmmaß R ist das Verhältnis der auf eine Wand auftreffenden Schallintensität I1 zur gesamten durch die Wand durchgelassenen Schallintensität I2: Das Schalldämmmaß hängt von Frequenz und Einfallswinkel θ ab. Ein Schalldämmmaß kann auch für diffusen Schalleinfall angegeben werden und wird dann aus dem über alle Einfallsrichtungen gewichtet gemitteltem Transmissionsgrad berechnet. Ebenfalls üblich ist die Beschreibung der Frequenzabhängigkeit durch Angabe als Terz- oder Oktavband-Spektrum.

Schallintensität:

Die Schallintensität (Formelzeichen I), die zu den Schallenergiegrößen gehört, bezeichnet die Schallleistung, die je Flächeneinheit durch eine durchschallte Fläche tritt. Die zugehörige logarithmische Größe ist der Schallintensitätspegel. Für die Messung der Schallintensität wird meistens die Zweimikrofontechnik (siehe unten) eingesetzt. Manchmal wird die Schallintensität auch als Schallenergiefluss-Dichte bezeichnet.

Schallleistung:

Die von einer Schallquelle abgegebene akustische Leistung wird als Schallleistung bezeichnet. Im Gegensatz zum Schalldruckpegel Lp und zum Schallintensitätspegel LI ist der Schallleistungspegel Lw von der Entfernung unabhängig.

Schalldruck:

Der Schalldruck (auch einfach: Druck) (Formelzeichen p ) ist in der Akustik die wichtigste lineare Schallfeldgröße. Die Druckschwankungen eines kompressiblen Mediums (natürlich üblicherweise Luft) die bei der Ausbreitung von Schall auftreten nennt man Schalldruck. Diese Schalldruckschwankungen können vom Trommelfell als Sensor in Bewegungen umgesetzt werden. Wenn es sich um hörbaren Schall handelt können diese Bewegungen dann durch das Innenohr (Gehör-Hirn-System) wahrgenommen werden. Der Schalldruck p (pressure) ist also der Verdichtungswechseldruck der dem Druck des umgebenden Mediums (Luft) überlagert ist. Häufig findet man das Klein- p des Schalldrucks (pressure) mit dem Groß-P der Schallleistung (power) verwechselt. Der Schalldruck p ist also Kraft F (force) durch Fläche A (area). Die SI-Einheit des Drucks ist das Pascal mit dem Einheitenzeichen Pa. Ein Pascal entspricht
einem Druck von einem Newton pro Quadratmeter.

Schallabsorption:

Die auf ein Bauteil auftreffende Schallenergie wird z.T. reflektiert (Schallreflexion), z.T. transmittiert (Schalltransmission) und z.T. im Bauteil in Wärme umgewandelt (Schalldissipation). Die Summe aus transmittiertem und dissipatiertem Anteil wird als absorbierte Schallenergie (Schallabsorption) bezeichnet.

Die Erhöhung der Schallabsorption in einem Raum führt zu einer Minderung des Schallpegels im Raum.
Die Schallpegelminderung läßt sich aus der äquivalenten Schallabsorptionsfläche vor und nach der Maßnahme berechnen. Die Maßnahmen sind frequenzabhängig. Der Absorptionsgrad α gibt an, welcherTeil der Leistung einer auftreffenden Schallwelle vom verwendeten Material geschluckt bzw. aufgenommen wird.

Nachhallzeit:

Die Nachhallzeit T ist die Zeit in Sekunden, in der nach Abschalten einer Schallquelle der Schallpegel um 60 dB abfällt, d.h., in der sich die Schallenergie auf 1/1000000stel der Schallenergie vor Abschalten der Schallquelle verringert. Die Nachhallzeit T ist frequenzabhängig.

Lautstärke:

Das menschliche Ohr empfindet Schall gleicher Lautstärke, jedoch unterschiedlicher Frequenz unterschiedlich laut.

A-Bewertung (dBA):

Die A-Bewertung ist eine frequenzabhängige Korrektur von gemessenen Schallpegeln, durch die das physiologische Hörvermögen des menschlichen Ohres nachgebildet werden soll. Das menschliche Ohr hört Schall tieferer Frequenzen weniger gut als Schall mittlerer Frequenzen. Die A-Bewertungskurve nach berücksichtigt dies.